Halbe Münze – doppelt Spiel!

Seit dem „Jenseits der Siegel 2017“ (JDS) – also seit ca. sechs Wochen – gibt es auf Mythodea neue Münzen. Dabei war es nie unser Plan, das bisherige Münzsystem zu ersetzen, sondern es zu erweitern: Mehr unterschiedliche Münzarten, um noch mehr Spielanreize und Spielangebote zu fördern. Doch fangen wir vorne an…

Das Mythodeanische Münzsystem 2009 – 2016

Seit der Abschaffung des letzten „Flugsilbers“ vor acht Jahren, prägen vor allem unsere dicken Silber und Kupfermünzen das Währungs-Spiel. Der Wechselkurs schwankte dabei von Jahr zu Jahr und reichte von 10:1 bis hin zu 2:1 im großen „Silber-Abwertungs-Jahr“ (2015). Wie immer galt und gilt hier, dass wir seitens der Orga oder SL keinerlei Wechselkurs vorgeben. Auf dem JDS gibt es zwar einen Geldwechsler als NSC, aber selbst der bekommt von uns nicht gesagt, wie er wechseln soll.

Dennoch nehmen wir indirekt Einfluss auf den Kurs. Insgesamt haben wir bis 2017 ca. 220.000 Münzen mit Mythodea Prägung ins Spiel gebracht. Dabei war nur jede fünfte Münze ein Silber – ein Kurs um die 4:1 würde sich also rein auf Grund der im Spiel befindlichen Münzstücke anbieten.

Außerdem gab es schon von Anfang an die seltene mythodeanische Goldmünze. Mit dieser verfolgten wir jedoch nie das Ziel, eine Wirtschafts-Simulation aufzubauen. Statt dessen war und ist sie eine seltene Legende – wer eine besitzt, hütet sie wie seinen Augapfel und häufig hört man schon darüber Geschichten, wenn jemand auch nur eine gesehen hat. Tatsächlich sind seit 2004 (dem ersten Prägungs-Jahr) nur etwa 90 Goldmünzen ins Spiel gegangen.

Zwischenfazit

Wir waren trotz all dieser Münzen und Einflussnahme nicht ganz zufrieden mit dem existierenden Münzsystem. Dafür muss ich vorab erklären, wie die Münzen in der Regel ins Spiel gelangen.

Wir bestellen jedes Jahr ca. 10.000 – 20.000 neue Münzen. Die Hälfte davon wird vor dem JDS an die Kampagnenspiel-Orgas verkauft (in der Regel zu einem Stückpreis von 30-35ct pro Münze). Die andere Hälfte „verschenken“ wir – diese Münzen gehen nur über Plot und NSCs ins Spiel über (als Belohnungen, Bestechungen, Raubgut, etc.). Ein Faktor, der hier in den letzten Jahren immer mehr Bedeutung erlangt hat, ist der Gedanke in den Köpfen „Die Münzen sind OT ja alle gleich viel wert. Wenn ich also jemandem 20 Kupfer für 2 Silber gebe verliere ich ja 18x 30ct in Spielgeld!!“. Das verschob den Wechselkurs immer weiter zu Gunsten der Kupfermünze. Vermutlich ist dieses Problem jedoch nie ganz zu vermeiden, so lange es möglich ist, die Münzen auch OT zu kaufen.

Daneben stellt aber auch das „legendäre“ Gold ein Problem dar, denn durch diesen besonderen Einsatz der Goldmünzen fehlt unserer Währung die reale Handels-Münze „oberhalb“ des Silbers. Es wurde zwar häufig im Spiel von Kosten in Höhe von soundsoviel Gold gesprochen, real auf den Tisch gelegt haben das jedoch wenige.

Die Westprägung von 2009.

Außerdem führte die oben erwähnte Abwertung des Silbers dazu, dass „ein Kupfer“, was bisher als die nominell kleinste Währungs-Einheit auf Mythodea galt, zu viel wert war. Das wiederum führte dazu, dass viele Waren und/oder Dienstleistungen im Spiel, die eigentlich eine Minimalzahlung erfordern würden, häufig „überzahlt“ wurden. Man stelle sich vor, in der Realität gäbe es keine Möglichkeit, Summen unter 1€ mit etwas anderem als 1€ zu bezahlen. Entweder kauft man dann drei Brötchen oder zahlt für ein Brötchen einen Euro.

Im Spiel kommt das häufig in der Taverne zu tragen – z.B. beim Kauf eines Bieres oder beim geben von Trinkgeld. Es fühlte sich zunehmend unrealistisch an, für ein Bier oder Brot ein Kupfer zu geben, wo es doch gefühlt nur die Hälfte oder ein Drittel so viel wert ist.

Änderung am Münzsystem

2017 wurde mit Einführung auf dem „Jenseits der Siegel“ versucht, zwei dieser drei Probleme anzugehen, in dem das Münzsystem um zwei neue Münzen erweitert wurde. (Erweitert, nicht ersetzt! Die alten Münzen gelten weiterhin und werden auch weiterhin geprägt!). Die Ergänzung besteht aus:

  • Das Halbkupfer (auch Kupfer-Pfenning oder nur „Pfenning“)
  • Das Halbgold (auch Gold-Groschen oder nur „Groschen“)

Die neuen Münzen sind deutlich kleiner und leichter als die bisherigen, aber besitzen die selbe Prägung: die mythodeanischen Elemente auf einer Seite, sowie jährlich wechselnd, den Ausrichter des Konvents (JDS) auf der Vorderseite. Der Wechselkurs soll sich auch hier völlig frei im Spiel ergeben, erste Beobachtungen des Spiels auf dem JDS deuten aber in etwa auf diesen (aktuellen) Kurs:

1 Goldgroschen = 5 Silber, 1 Silber = 4 Kupfer, 1 Kupfer = 3 Kupferpfenninge

Die (Siegel-) neutrale Weltenschmiede Prägung aus 2014.

Fragen zu unseren Münzen

Woher bekomme ich die neuen Münzen?
Die neuen Münzen können nur über das Kampagnenspiel (Vorbestellung ca. Februar für das folgende JDS) gekauft werden. Ansonsten muss man sie im Spiel erlangen (bei IT Händlern, durch das Erfüllen von Aufgaben, bei NSCs finden, durch Diebstahl, etc.).

Warum gibt es keine  Münzen mehr bei Time-In geschenkt?
Dies praktizieren wir seit 8 Jahren nicht mehr, da wir damals das Gefühl hatten, dass genügend Münzen für ein funktionierendes Wirtschaftsspiel im Spiel sind. Wir haben uns stattdessen dafür entschieden, die selbe (!) Menge an Münzen über Plot- und Ambiente-Spiel in Umlauf zu bringen. Das fühlt sich bis heute deutlich stimmiger an und regt auch zu mehr Interaktion zwischen Spielern (und zwischen Spielern und NSCs) an.

Werden die Münzen nur auf dem JDS ausgegeben?
Mit nichten! Etwa ein Viertel geht auf dem JDS ins Spiel, der Rest der „verschenkten“ Münzen werden auf dem ConQuest verteilt.

Und nun?

Während wir in den vorhergehenden Jahren immer zwischen 10.000 und 20.000 Münzen pro Jahr neu ins Spiel brachten, waren es 2017 fast 40.000. Da die Gesamtmenge sich immer aus den vorbestellten Münzen der Kampagnenspieler ergibt, kann man mit Fug und Recht sagen, dass hier sehr viel Begeisterung für die Idee der Halbmünzen an den Tag gelegt wurde. Auf dem Jenseits der Siegel konnten wir auch schon ein paar Tage beobachten, wie die Leute zuerst zaghaft und dann immer gewohnter die Münze im Spiel verwendeten.

Natürlich fühlt sie sich „minderwertiger“ an als die bisherigen „dicken“ Münzen. Genau das soll sie ja aber auch sein, nämlich ein kleines Handgeld, das man gerne mal bei einem Kartenspiel oder als Trinkgeld verliert. Wir sind gespannt, was Ihr davon im Spiel haltet und planen aktuell schon eine zweite Auflage des fünf-teiligen Münzsystems für 2018. In diesem Sinne: Viel Spaß!

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2 Gedanken zu “Halbe Münze – doppelt Spiel!

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