Im Wechselbad der Rollen – Plotfestrollen-Testimonial #3

Gejagt und gerettet werden, desertieren, Selbstmord begehen, durchdrehen, verzweifeln, gemeuchelt werden, spionieren, versagen, verhandeln, herrschen, beherrscht werden, durch die Gegend geschleppt, gekarrt und gestoßen werden, verachtet werden, gefeiert werden, heimkommen und das Heim verlassen, spionieren und auf dem Schwarzmarkt handeln, Gangster und Söldner anheuern und Kopfgelder aussetzen, Gerüchte streuen und Fakten ernten – alles das und viel mehr war ein einzelnes ConQuest für mich als Springer. Denn Springer sind die Nichtspielercharaktere, die in ständig wechselnden Rollen immer wieder etwas anderes zu machen haben – oft mehrfach täglich (und auch nächtlich).

Der Autor des folgenden Textes ist Axel, der letztes Jahr zum ersten Mal als Springer auf dem ConQuest war.

Und was kommt als Nächstes?
2014 – der Beginn der neuen Kampagne erschien mir ein guter Zeitpunkt, zum ersten Mal auf ein Conquest zu gehen. Auch wenn viel Hintergrund bleibt, vieles wird für alle so neu sein wie für mich. Ich hatte schon Erfahrung auf diversen Cons, aber fast ausschließlich als Spieler. Das ConQuest erschien mir so riesig, daß ich mich nicht wirklich auf eine Rolle festlegen wollte. Ich wollte möglichst viel von allem sehen und mitbekommen, um in diese Welt hineinzuschlüpfen. Und genau das versprach mir das Springertum. So kam es auch. Davon will ich ich hier ein wenig berichten. All das folgende habe ich dann auf diesem ConQuest 2014 als Springer erlebt.IMG_2831

Im Vorfeld habe ich versucht, in Windeseile all das Hintergrundwissen irgendwie aufzusammeln, aus allen erreichbaren Quellen. Denn Springer zu sein heißt, alles mögliche zu spielen. Aber das heißt oft auch, nur grob umrissene Rollen zu spielen. Das erlaubte mir, jeder Rolle ein Stück weit meine eigene Interpretation zu geben. Damit konnte ich von grummelig bis arrogant, von einfältig bis wahnsinnig alles durchgehen. Aber es heißt auch, daß ich manchmal eine Rolle nur für wenige Minuten spielte. Oder gar auch mal erst aufwendig geschminkt wurde, nur um die Rolle nie zu spielen. Mehrmals am Tag das Aussehen zu wechseln (mit Hilfe einer großartigen und geduldigen Maske) gehörte auch dazu.

Das Leben als Springer ist nun einmal vor allem eins: Unvorhersehbar.

Ich konnte mehrere Stunden in der Nacht als Drohne am Radem Navigat einfach nur jeden höflich begrüßen, und ihr oder ihm oder es erklären, worum es sich handelt. Das konnte hin und wieder leicht eintönig sein. Auf der anderen Seite gab es auch immer wieder großartige Momente, wo man ‚aus Versehen‘ einen Haufen nichtsahnender Siedler vor dem Untoten Fleisch rettet.

Und dann gab es andere Rollen, die einfach nur epische Augenblicke hatten, zum Beispiel als ich auf dem Feld stand und mich alleine einer Schlachtreihe gegenüber sah. Und der einzige Gedanke, den ich hatte, war: „Uh-oh. Renn!“. Später hörte ich, daß diese Szene der Anlaß für eine stundenlange Schlacht mit hunderten Teilnehmern war. Das war schon ein erhebendes Gefühl für mich.

Dann hatte ich eine Rolle voller intensivem Charakterspiel. In ein, zwei Stunden baute ich Beziehungen zu vielen verschiedenen Leuten auf, lernte sie kennen, diskutierte mit ihnen, tauchte in ihre Sicht der Dinge ein, und zeigte ihr die meines Charakters und seiner Welt. Nur um dann jählings zu sterben.

Dabei waren die Rollen auch sehr unterschiedlich im Verhältnis zur Gesamtgeschichte. Ich habe Rollen gespielt, welche nichts anderes erreichen sollten, als Gerüchte in Umlauf zu bringen. Von vielen der Gerüchte wußte ich selbst nicht einmal, ob sie von Bedeutung waren, oder einfach erfunden, um Verwirrung zu stiften. An andere Stellen atmeten die Rollen einfach nur den Plot. Insbesondere dann, wenn die Rollen kritische Information über die Welt transportieren sollten – mit dem Nachteil, daß ich über solche Rollen nichts erzählen sollte. Als Springer weiß man halt sehr viel. Ich hatte also gut schweigen zu können, und meine Mimik gut unter Kontrolle zu haben. Nur nicht zum falschen Zeitpunkt schadenfroh grinsen, das könnte einiges durcheinander bringen. Und das wollte ich schließlich nicht. Auch wenn es schwer fällt.

Dann gab es auch die Zeit, wo ich einfach nur einsatzbereit in der Sonne saß oder lag, und darauf wartete, daß jemand einen Springer brauchte. Das klingt vielleicht langweilig, ist es aber nicht. In der Zeit bekam ich so manchen faszinierenden Einblick in die Welt hinter den Kulissen. Außerdem lernte ich jede Menge Leute kennen, und bekam auch ein klein wenig davon mit, welch ein komplexes Räderwerk das ConQuest von innen ist.

Mein Ziel hatte ich am Ende erreicht. Ich habe das ConQuest und seine Welt ausgiebig kennengelernt. Und ich mag es. Also: ConQuest 2015, ich bin dabei. Als was? Nun, wir werden sehen 😉

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Und wer den letzten Erfahrungsbericht aus dieser Reihe verpasst hat, kann ihn hier nachlesen.  

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