Mein Mittelpunkt 2011

Die Zugfahrt zurück vom Mittelpunkt bietet sich gerade als perfekte Gelegenheit um erste Gedanken zu dem erlebten und gelernten aufzuschreiben. Wieder einmal war es faszinierend zu sehen, wie kreativ und innovativ die Szene ist – von LARP-Theater Produktionen für die Liverpooler Biennale über Erwachsenenbildung mit Gewaltpräventation bis hin zur Gründung einer deutschen Steampunkt Bewegung – auf dem Mittelpunkt waren sie alle.

Spannend fand ich auch das Publikum. Fand man dort vor mehreren Jahren nur die Orgas der Mittellande so sitzt man inzwischen am Tisch mit Geländebesitzern, LarpWiki Autoren, Großhändlern, Klein-Orgas, Großcon-Veranstaltern und DLRV Offiziellen. Ich könnte mir spontan keine fruchtbarere Runde für spannende Diskussionen vorstellen.

Gebannt lauschen die Teilnehmer bei der diesjährigen FRED Verleihung.

Gebannt lauschen die Teilnehmer bei der diesjährigen FRED Verleihung. Für mehr Eindrücke einfach auf das Bild klicken.

Doch gerade da könnte der Mittelpunkt noch etwas nachlegen. Zwar gab es vereinzelt wunderschöne LARP-Konzeptions und –Methoden Gespräche, diese wurden aber oft aus Zeitmangel abgebrochen oder beendet als es gerade interessant wurde. Besonders spannend fand ich in diesem Kontext einen Kurzvortrag mit anschließendem Gespräch von Tobias Seybold über „Spielen ohne SL Interaktion“ (ich war eher nicht seiner Meinung, aber da er mit Kritik super umgegangen ist entwickelte sich im Anschluss an seine Präsentation ein faszinierender Ideen-Austausch zwischen den Teilnehmern des Vortrags).

Auch sehr spannend war die Gesprächsrunde zum Thema „Kommerzialität im LARP – Chance oder Fluch fürs Hobby“. Die fast 100 anwesenden Leute vermittelten durch ihre Wortmeldungen und Stimmung eindeutig, dass sich die „offizielle Meinung“ zu diesem Thema in den letzten Jahren massiv verändert hat. Während vor 10 Jahren Kommerz im LARP noch verteufelt wurde und vor fünf Jahren eine „es ist schlimm aber wir können es nicht aufhalten“ Meinung vorzuherrschen schien, so wurde am letzten Samstag eigentlich nur noch darüber diskutiert, welche Art der gewerblichen Herangehensweise an LARP verwerflich und welche begrüßenswert ist. Besonders schmunzeln musste ich darüber, dass das ConQuest regelmäßig als positives Beispiel für „professionelles und gewerbliches LARP“ herangezogen wurde.

Aber nicht nur für grundsatzdiskutierende Altlarper wie mich gab es spannende Themen. Ebenso auf ihre Kosten kamen kleinere Orgas, die sich über Sanitäter oder Funktechnik informierten, Spieler die mehr über Kostümdesign und Minilarpkonzepte erfahren wolten oder LARP Theoretiker, die sich für Rollenspiel im Ausland und Alternate Reality Games im Internet begeisterte. Auf jedem Fall war mehr als genug Input für eine Menge neuer Blogeinträge geboten – und die Bestätigung, dass es sich mal wieder voll und ganz gelohnt hat!

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2 Gedanken zu “Mein Mittelpunkt 2011

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