Das beste Erlebnis ist das Spiel

Selten passiert es, dass ich auf einen Con fahre der rein gar nichts mit Mythodea zu tun hat. Noch seltener, dass nichtmal jemand vom engeren ConQuest- (Team)- Kreis dort auftaucht (außer mir in dem Fall). Ein Rahmen also, der die besten Bedingungen hat neue Erfahrungen zu machen, oder lang Vergessene bestätigen zu lassen. Es ist also ein Rahmen, in dem man als Spieler Erlebnisse haben kann, die man als Veranstalter auf den eigenen Cons einfließen lassen kann.

Was braucht man auf einem Con wirklich? Was sind die intensivsten Spielmomente?

Diese Frage hatten wir uns vor etwa zwei Wochen gestellt, als der Kern des Plotteams zusammen saß. Die Ergebnisse die wir dabei hatten waren teils ernüchternd, weil sie schwer zu erfüllen sind („Wir sind nicht Andrew Lloyd Webber“), aber auch teilweise ausprobierens-würdig (lasst euch überraschen).
Doch am letzten Wochenende stellte ich fest, dass das schönste und intensivste am Rollenspiel, jene Momente waren, in denen man in Charakter emotionale Momente hatte.
Einen verloren geglaubten Freund in den Armen halten.
Einen lang gehegten Zwist beenden.
Um Leben oder Tod eines Freundes bangen.
Der Anblick eines klaren Nachthimmels, eines herbstlichen Waldes, einer mit Kerzenlicht beleuchteten Szene.

Doch solche Momente kann man nicht dadurch erleben, dass ein Veranstalter sie initiiert. Man muss sie sich selbst schaffen. Man muss sich hineinfühlen. Und man darf sie nicht erwarten. Man kann sich aber alle Mühe geben sie für andere zu schaffen durch sein eigenes Spiel… in der Hoffnung das sie selbiges tun.

Das meine Erkenntnis nicht ganz falsch sein kann erlebe ich dadurch, dass das Feedback einiger Teilnehmer in eine ähnliche Richtung geht. Der Tod von Aysa zum Beispiel schien für die Anwesenden sehr emotional gewesen zu sein, und doch von uns nicht geplant. Er wurde aber dadurch so intensiv, dass die Charaktere untereinander eine emotionale Bindung hatten.

…und wer jetzt sagt, dass er lieber kämpft oder plottet, dem stelle ich die Frage, ob ein leidenschaftlicher Kampf oder ein für einen Freund gefährlicher Plot nicht viel spannender sind als pures Schwerter aufeinanderschlagen und Tränke brauen?

PS: Eine weitere Erkenntnis, am Rande: Die emotionalsten Erlebnisse hat man, wenn einem das Land indem man sich IT befindet etwas bedeutet. Zum Beispiel indem man dort lebt, oder gar geboren ist.

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4 Gedanken zu “Das beste Erlebnis ist das Spiel

  1. Als ich das Foto vor Wochen gesehen hatte, dachte ich mir auch nur: Wow, was für Emotionen. Nein, ein wirklich gutes Foto und ein sehr schöner und intimer Moment.

    Ich hatte auch einen derartigen Moment, ein Moment, an dem nicht viel gefehlt hätte sowohl IT als auch OT los zu brammen. Aber ich blieb in meiner Rolle und ich kämpfte gegen diese Gefühle an, weil mein Charakter nun mal so ist – keine Schwäche zeigen, seine Gefühle im Zaum halten, funktionieren, die Gedanken fokussieren…

    Eine so dichte Atmosphäre aufzubauen, sich so sehr auf die Spielwelt und seinen Charakter einzulassen, die Umwelt auf sich wirken zu lassen, andere Spieler zu partizipieren, ist sicherlich der Schüssel zu derartigen Erlebnissen oder anders ausgedrückt, es liegt an einem selbst, ob das Rollenspiel zu einer intensiven Ganzkörpererfahrung wird oder eben nur ein netter Zeitvertreib ist.

    Gruß Josh aka Weibel Lares-Edorian Feynholdt, Stadtwache

    PS: Intensive Ganzkörpererfahrung… denkt Ihr auch gerade an etwas anderes als LARP? *grübel* *duck*

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  2. Absolute Zustimmung!
    Klar ist es cool, wenn Doerchgard fällt, nachdem Xhundert Leute es 4 Tage lang belagert haben.
    Aber die Szene ein Tag vorher, in der man nach einem erfolglosen Angriff hinter feindlichen Linien niedergemacht, im letzten Moment aber von dem Heiler der eigenen Gruppe rausgezogen und gerettet wird und beim aufwachen erfährt, dass dein Begleiter, der neben dir gekämpft hat, es nicht geschafft hat, weil der Heiler sich für dich entschieden hat: das ist um Längen cooler.

    NAtürlich ist man letztlich für solche Szenen ein großes Stück selbst zuständig, weil man für seinen Charaktere Beziehungen knüpfen, sich selbst intensiv in ihn hineinverstetzen, sich mit dem Land und der Kultur beschäftigen muss, in der man spielt, um so intensives Spiel überhaupt zu ermöglichen.
    ABER: Auslöser ist dann doch sehr oft etwas, das von außen kommt: ohne Kampf kann ich nicht verletzt werden und mein Freund der Heiler kann mich nicht im letzten Moment retten. Ohne die verführerische GEgenseite gibt es keine Zweifel, ob man auf der richtigen Seite steht, diem an mit einem Begleiter ausdiskutieren kann, etc.

    Ein gutes Con sollte Angebote für solche Situationen liefern, It-konfliktpotential und Möglichkeiten für persönliche Dramen bieten, aber annehmen und eine unvergessliche Szene draus machen muss man selbst.

    Ich wünsch dir mehr solche Cons, Lena ^^

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  3. Ohja, dem stimme ich unumwunden zu.
    Meine intensievsten und „schönsten“ Erlebnisse waren auch jedes Mal nicht die großen, initiirten Ereignisse, sondern die Dinge die einfach aus dem Plot und der Umgebung heraus passieren und auf die ich als mein Charakter reagieren kann.
    Die ganze Geschichte um S’ley hat dieses Jahr meinem Char. extrem zugesetzt und ihn an den Rand der Verzweiflung getrieben. Ich bin sher gespannt wir das weitergeht und was man daraus dann machen kann 😀
    Danke dafür an alle die beteiligt waren!

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