Fantastica Festival aus der Sicht einer Fredermaus

Einige Tage sind nun vergangen, seit das Fantastica Festival seine Pforten für drei Tage geöffnet hielt und vielen Besuchern aus dem Saarland das Gefühl einer fantasy-mittelalterlichen Welt ein kleines Stück näher gebracht hat. Dieses Gefühl hat sich in meinen Kopf eingebrannt und wird wohl bei den momentanen Aussenbedingungen auch noch längere Zeit bleiben:
Saftige, in riesigen honiggleichen Klecksen von den Bäumen und Sträuchern heruntertriefende, geradezu materiell fassbar gewordene, auf Kopf und Gemüt drückende und einfach unerträgliche Hitze.
Versteht mich nicht falsch – es ist und bleibt einfach wunderbar an das jüngste Event von Live Adventure zurückzudenken.

Aber beginnen wir doch am besten am Anfang.
Die Reise startete für mich in Nürnberg. Meks und Marion holten mich netterweise mit ihrem (dank fehlender Klimaanlage eher suboptimal auf das Wetter eingestelltem) Auto ab und so fuhren wir also gen Westen.
Mit Wassermengen in unseren T-Shirts, mit denen wir sogar Kamelen ihren Ruf streitig machten, kamen wir in Bexbach auf dem Gelände an. Das Team versammelte sich Stück für Stück an den wenigen vorhandenen Schattenplätzen, besprach wie es losgehen sollte und begab sich auf die vorgesehene Wiese… um mit offenen Mündern den eigenen Augen nicht trauen zu können:
Das gesamte Feld wurde zwar gemäht, jedoch durften wir uns per Handarbeit mit sage und schreibe drei (in Zahlen: 3) Rechen und einer (in Zahlen: 1) Schubkarre austoben um jegliches Heu beiseite zu schieben und die Wege für die Besucher freizulegen. Bei blauem Himmel. Und gefühlten 40°C. Und Aeris hatte Urlaub. Von der Absurdität der Situation beflügelt kam natürlich ungemein große Motivation im Team auf, das Feld zu räumen, sodass bis Donnerstag Mittag die Wege definiert waren.
Die vielen weiteren Arbeiten wurden von einem unglaublich eingespieltem Team in einer unglaublich kurz anmutenden Zeitspanne mit unglaublich viel Spaß an der Sache erledigt – und so standen schon bald alle wichtigen Punkte auf dem Platz: Das Kraftwerk, Little Doerchgard, die Bühnen und Tribünen, weitere Kulissen und zu guter Letzt natürlich auch die Black Pearl.

Freitag kamen über den Tag verteilt die meisten Schausteller und bis in den späten Nachmittag hat man nichts vom Koordinator Meks gesehen. Einzige Lebenszeichen aus dieser Richtung waren wohl die Funksprüche: „… an Meks“, „Meks bitte kommen“, „Meks, hier ist ein Essensstand dem sein Standort nicht gefällt“, „Meks, hier ist ein Händler dessen Schnürsenkel offen sind“, …
Es gab wirklich immer etwas zu tun für ihn, aber die hervorragende Vorplanung hat ermöglicht, dass jedem innerhalb kürzester Zeit geholfen werden konnte und Schnürsenkel nicht lange unverknotet blieben.

Und so wurden die Tore des Fantastica Festivals nun geöffnet. In einem epischen Andrang überströmten hunderte Besucher am ersten Tag das Gelände. Bemerkenswert war jedoch, dass der Markt trotz der Hitze und gelegentlich gleichzeitig stattfindender Fußballspiele immer zu einem erträglichen Maß bevölkert war. Zumindest bei Danii und mir war hinter der Theke so gut wie immer Bewegung, da Ignis‘ Himmelsmal unerbittlich seinen Tribut verlangte. Das gut gekühlte fränkische Bier fand regen Zuspruch bei den Saarländern, wobei mich wirklich wundert, dass von keinem alkoholbedingten Hitzeschlag berichtet wurde.

Der Freitag verging, die Arbeit machte Spaß, die Kundschaft war nett, die Sonne brannte.
Der Samstag verging, die Arbeit machte Spaß, die Kundschaft war nett, die Sonne brannte.
Der Sonntag verging, die Arbeit machte Spaß, die Kundschaft war nett, die Sonne brannte.
Und dann war das Fantastica auch schon wieder fast rum. Nachdem sich der Markt um 16 Uhr größtenteils geleert hatte, plättete Deutschland England gnadenlos und nachdem schließlich auch die letzten Besucher gegen 18 Uhr das Gelände verlassen hatten, konnte der Abbau beginnen. Bis in die späten Abendstunden wurde noch so viel wie möglich zusammengeräumt und abgebaut.
Dann war am Montag für mich auch schon der letzte Tag dieses einzigartigen Events erreicht und nach einiger weiterer Abbauarbeit ging es schon wieder ab nach Osten, um sich wieder in den normalen grauen Alltag zu stürzen….

„Schwertfisch!“-Attacken, ein ewig währender Kampf mit dem Fuselfix, ein wunderbarer Handelskontor, romantische Sonnenuntergänge, amerikanische Begeisterung für das Mittelalter und natürlich wundervolle Gaukler und Barden die das Event passend abrundeten … Das alles habe ich mitgenommen aus einer Woche, die ich wohl noch lange im Gedächtnis behalten werde. Auch wenn die Arbeit bei dem Wetter gelegentlich wirklich anstrengend und kräftezehrend war, machte es soviel Spaß, dass ich am Montag bei der Abreise schon gar nicht mehr wusste wohin mit all der Freude.
Dieses Team ist einfach einzigartig! Danke, Leute, dass ich mitkommen durfte!

Es war eine wunderbare Erfahrung hinter die Kulissen schauen zu können und zu sehen wieviel Stress und auch Herzblut in einem Mittelaltermarkt steckt – und diese Erfahrung will ich nicht mehr missen.

Wenn es nach mir geht, steht eine Sache felsenfest:

Nächstes Jahr wieder!Nächstes Jahr größer, bunter, länger, höher!
Nächstes Jahr Fantastica Festival!

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