Kinder als NSC

Das Goldene Kind auf dem CQ ´09

Manchmal gibt es im Spiel Rollen, die mit Kindern besetzt werden müssen. Meistens weil IT Jemand schwanger war und nun das Kind bespielen lassen möchte, manchmal aber auch weil es der Plot vorgibt, den man sich ausgedacht hat.

Ich will hier nicht darüber sprechen wie sinnvoll oder unverantwortlich Kinder auf Cons sind, oder dass manche denken sie würden das Spiel stören- denn darüber wurden schon seitenweise Texte geschrieben. Also zum Thema:

Unser berühmtestes Kind auf Mythodea ist „das Goldene Kind“. Dieses wurde das erste mal 2005 auf einer großen Bühne dargestellt, von einem kleinen blonden Mädchen, damals aus dem Familienkreis einer SL. Doch als wir Jahre später dachten, wir könnten das Kind ja mal wieder einbauen, da war sie leider 14 Jahre alt und für ein „kleines Mädchen“ ein wenig zu groß.

2009 trat dann aber ein anderes kleines Mädchen, samt ihrer kleinen Schwester, auf die Bildfläche. Damals 8 Jahre alt, ein wenig schüchtern und von der Größe des ConQuests ein wenig überwältigt.

Nun war ich auserkoren worden mich um das Kind zu kümmern und im Rahmen des Möglichen eine kleine Inszenierung oder Vision mit ihr zu machen. Also bin ich mit zwei kleinen Mädchen und deren Mama 2-3 Stunden über das Gelände gelaufen. Wir haben Untoten beim schminken zugesehen, den Fundus besucht, uns vom Maskenteam schminken lassen, auf dem Thron des Feueravatars gesessen, Untote mit Avatarwaffen verhauen, einen Stadtbummel gemacht, die Höhle der Boro Madar besucht, mit einer Rotten-Ratte gespielt und uns laaaange unterhalten.

Und dann haben wir eine kleine Vision geübt, in der das Kind nichts sagen musste, weil hinter ihr jemand sprach, sondern nur ganz wenig tun musste. Sie durfte sich selbst die meisten „Zuschauer“ aussuchen, weil noch eine ganz gehörige Portion Angst und Lampenfieber in ihr steckte. Mein Ziel: langsamer Abbau der Angst, schrittweise heranführen zu immer größeren Auftritten.

Fürs JDS lernte sie dann ein 10-zeiliges Gedicht auswendig, was sie mir noch stolz beim Parkplatz direkt aufsagte. Und damit sie weniger Angst hat, hab ich ein paar wenige Teilnehmer gebeten sich intensiver mit ihr, und der kleinen Schwester zu beschäftigen, die auch einen kleinen Auftritt haben sollte.
So durften die Zwei mit den besagten Teilnehmern mitlaufen, ihnen beim anziehen und schminken zuschaun und auch teilweise mitspielen (und wer dabei war weiß, geärgert und gespielt haben die Zwei ständig ). Die zwei durften übers ganze Gelände fetzen, was durchaus mal dazu führte, dass wir eine von ihnen gesucht (aber auch wieder relativ schnell gefunden)haben. Ich hatte öfter mal zwei kleine Mädchen bei mir, wenn ich zu einem Ritual oder einem Plot kam- sie störten mich persönlich aber in keinster Art und Weise. Da passierte es dann auch, das bei einer spontanen SL-Sitzung auf dem Schlachtfeld, die Kinder mit herum tobten.
Alles in allem hatte mein Versuch Wirkung gezeigt- Angst hatten die zwei Grundschulkinder nicht mehr. Im Gegenteil, plötzlich musste ich mir eher Gedanken darum machen, wo sie sich während einer Schlacht aufhalten. Aber OK, sie haben sich an den Rand hinter einen Baum gestellt.

Nun hatten wir den Auftritt der beiden Mädchen mehrfach durchgesprochen, zwischendurch kleine Visionen (mit Sound)gemacht, es ging dem Abend entgegen. Da fing unser Goldenes Kind an zu husten und zu niesen und wurde stimmlich deutlich leiser. Tja, daran hätte ich denken können. Trotzdem zogen sich die beiden Mädchen und die anderen NSC an, die Spieler gingen in die Ritualvorbereitung und ich hatte alle Hände damit zu tun, dass das geplante auch so umgesetzt werden konnte. Es fing an zu regnen, also mussten die Kinder im trockenen warten. Die wurden natürlich nach so etwa 2 Stunden „auf die Spieler warten“ deutlich ungeduldig- die Aufregung spielte ja da auch noch mit rein. Und endlich, ich konnte dem HQ das „Go-go-go“* geben. Und irgendwie, ich weiß nicht warum, mussten kleine Notdurften zuerst verrichtet werden. Ich wurde unruhig, die Spieler standen ja schon ne Weile im Regen, wie ich auch. Und ich fand das auch eher bescheiden. Ich lief zur Straße, es war so matschig, dass die Mädchen nicht alleine laufen konnten. Also Hep, jeder eins der Kinder aufm Arm und Runter zum Ritual. Da ist uns dann, beim Absetzen, eins der Mädchen ausm Blickfeld gerutscht, sie wussten im Dunkeln nämlich plötzlich, trotz üben, nicht mehr so genau wo sie hinsollten. Als dann beide Kinder am Startpunkt waren, gab ich das „Go-go-go“ für die Pyro….Pyro? werden jetzt die sagen, die dabei waren. Ja, da war nicht so viel, richtig….die ist nämlich nicht angegangen… trotz Plastiktüte und aufpassen, die Pyro war feucht und ging nicht an. Also das ganze Theaterstück ohne Pyro. Und die Technik hab ich, trotz, dass ich sie in Plastik eingepackt hab, gleich im Haus gelassen, der wäre es nämlich wie der Pyro gegangen.

Die Kinder haben dann ihren Part ganz toll gemeistert. Dafür, dass sie noch so klein sind auf jeden Fall!

Nur was man bei dem Einbau von Kindern als NSC immer beachtet werden sollte, sowohl als Veranstalter, wie auch als Teilnehmer: Sie sind keine Erwachsenen.
Sie müssen zeitiger ins Bett, sie haben nicht soviel Geduld, sie sprechen leiser, sie brauchen mehr Zeit um sich an eine Situation zu gewöhnen, sie brauchen sehr viel Unterstützung.

Mein herzlicher Dank geht also an jene Spieler, die die Zeit und Geduld aufgebracht haben, den zwei kleinen blonden Mädchen auf dem JDS ein so schönes Erlebnis bereitet zu haben. Alle Teilnehmer auf dem JDS haben ihnen mehr Sicherheit gegeben, die sie brauchten, um die vielfache Menge an Teilnehmern auf dem ConQuest zu ertragen, wenn wir sie dort mal brauchen können. Stichwort „Sandkasten Mythodeas„. Und natürlich danke ich jenen mehr, die sich ihr Spiel sogar haben bereichern lassen, durch die Anwesenheit der Kinder.

Denn wenn ich zurückblicke, so war mein schönstes Erlebnis auf dem ConQuest ´09, als ich die Kleine fragte: „Was möchtest du denn, das da ist, damit du die Vision so machen kannst?“ und sie mir antwortete: „Die Mama und meine Schwester sollen da sein, und die Ratte. Und DU. Damit ich in deine Arme springen kann, wenn ich Angst hab!“

Und genauso war es auf dem JDS einfach nur sehr schön anzusehen, wie die Beiden sich freuten von so vielen eingebunden zu werden.

*Go-go-go: ein Insider übrig geblieben vom CQ, als ein gewisser Plot-Head eine Inszenierung über Funk koordinierte und man kaum etwas anderes hörte als „Licht…gogogo; Ton gogogo; Bösewicht Gogogo; usw“

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2 Gedanken zu “Kinder als NSC

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