Fotograf auf dem ConQuest 2 – Spaß, oder harte Arbeit?

Hallo mal wieder! 🙂

Etwas angespornt durch Lenas Beitrag „Erschöpfungszustände“ hab ich mich mal etwas selbstkritisch gefragt was ich da seit 2006 jährlich auf dem ConQuest (und diesjahr auch auf dem Jenseits der Siegel) treibe.

Ich opfer so 5-7 Tage meines Jahresurlaubs, übernachte in einem Zelt (was ich sonst meinen Lebtag noch nicht gemacht habe und unter normalen Bedingungen auch niemals tun würde), tu mir zum Teil extrem heisse Tage und auf der anderen Seite recht kühle Nächte an, bringe mein teures, privates Equipment mit und setze es extremen Bedingungen aus … Bezahlung? Fehlanzeige – nicht mal ne Beteiligung an den CD-Verkäufen. Ähm Junge, du hast Betriebswirtschaft studiert – was machst du da? Ô.ô

Naja, für 2006 dürfte wohl Neugier meine Entschuldigung sein (siehe Fotograf auf ConQuest 1 ). Die dort entwickelte Euphorie reichte auch noch bis 2007, wobei sich dort schon ein leichtes „Wiederholungsgefühl“ einstellte. Zudem lief hinter den Kulissen nicht alles wie geplant. Die FotoCrew war zwar von 2 auf 4 feste Mitglieder aufgestockt worden, aber da gab es noch dieses kleine Problem mit dem Sortieren der Bilder. 2006 wurde uns gesagt, dass wir nur ne grobe Vorauswahl machen sollen und wer anders sich um die Feinarbeiten kümmert – die Vorauswahl wurde ohne Vorwarnung 1 zu 1 auf die CD gebrannt. Autsch – das hatte ich mir eigentlich nicht so gedacht. Naja, kein Vorwurf an den, der es gemacht hat. Der hatte genug um die Ohren, was akut auf dem ConQuest wichtiger war – begeistert war ich trotzdem nicht. 2007 bekamen wir ne neue Leitung für den Technikbereich (zudem auch Foto und Film gehören). Neues Spiel, neues Glück und wir haben die Bilder diesmal bewußt schon gründlicher vorsortiert (gebranntes Kind und so) … na, was passierte wohl? Wieder leichtes Chaos auf der CD. Abermals kein Vorwurf an den der’s gemacht hat – der hatte die ganze Woche vorher kaum Schlaf bekommen und sich den A…. aufgerissen um das ConQuest am Laufen zu halten. Meine Stimmung? Wie kommt man sich vor, wenn man mit Begeisterung 14-16 Stunden pro Tag auf den Beinen ist um für alle Beteiligten schöne Erinnerungen einzufangen und dann wiederholt erlebt, dass man in der Prioritätenreihenfolge wohl recht weit unten steht? Genau, ich war ein wenig „ungehalten“. Die Energie die mir das ConQuest immer noch gab konnte ich nicht mehr ohne faden Beigeschmack in den Job als Fotograf stecken.

Konsequenz war, dass ich 2008 ganz normal als Teilnehmer dabei war. Eigentlich wollte ich beim Schwarzen Eis bleiben, da mich der Schwarm 4 dort zwei Jahre freundlich aufgenommen und mitzelten gelassen hat. Mit Kämpfen und dem Ausspielen von Zaubern über Schaumstoffbälle und Schnüre hatte ich allerdings nichts am Hut. Da kam die Einladung von ein paar befreundeten LARPern ins Feuerlager ganz recht. Hätte sonst zwar eher zu Magie tendiert, aber alleine wollte ich da auch nicht hin. Gesagt, getan und Spaß gehabt. Ein wenig Ambientegrillen mit Freunden, ein wenig Plotjagd, ein wenig herumritualisieren mit den Naldern, ein bischen Rätsel lösen, ein bischen Informationen im Luftlager sammeln, kurz mit nem Schutzzauebr in die feindliche Festung und mit nem halsbrecherischen Spurt durch die feindlichen Linien wieder hinaus nachdem der Zauber am gesuchten Artefakt seinen Dienst versagte. War insgesamt ne spassige Sache. 🙂

Spassig aber nicht so ganz das was ich wollte. Zu sehen wie sich die Ausrüstung der Spieler und die Kulisse sich über drei Jahre extrem weiterentwickelt hat, hat mein fotografisches Auge schon ziemlich begeistert. Dann zu sehen wieviel Energie die alle Beteiligten (Spieler, NSCs und auch das Team) in Mythodea investieren war ebenfalls ein Kick. Und da ich ne kleine Diva bin gingen die vielen positiven Rückmeldungen zu den Fotos aus den Vorjahren (trotz der für mich eher unbefriedigenden CD)  nicht ganz spurlos an mir vorüber. Gleiches Ergebnis bei den Fragen ob ich dieses Jahr auch wieder fotografiere.

So, da hatte ich nun mein Herz, dass an der Fotografie hängt. Zudem noch all die coolen Leute, die dem ConQuest sein Leben einhauchen und die ich für ihren Einsatz echt bewunder. Zu sehen wie total fremde Menschen Hand in Hand arbeiten und binnen weniger Stunden riesige Kulissen aufbauen, oder später im Spiel über Stunden Filmreif mit einander interagieren hat schon was. Ich hab sicher keine zwei linken Hände, aber der geborene Handwerker bin ich sicher auch nicht. Spaß beim Spielen hab ich schon, aber nach 6-8 Stunden kann ich auch wieder ganz gut was anderes machen. Was ich besser als der Durchschnitt kann sind Fotografieren, mit nem Computer arbeiten, Organisieren und mit Leuten reden … na, was bietet sich da an um sich optimal ins ConQuest einzubringen? 😉

Hab mich 2009 natürlich wieder für die FotoCrew breitquatschen lassen, aber diesmal die ganze Organisation (bis auf das Brennen der CD’s) in die Hand genommen – Personalauswahl, Briefing, Schlachtplan für’s ConQuest und weil sich für den Posten des Bildsortierers niemand gefunden hat hab ich mir den Job auch noch ans Bein gebunden. Tja, das war etwas mehr als nur die eigenen 1500-2500 Bilder kurz im Schnelldurchlauf grob zu sortieren. Meine 7 Kollegen (ja, wir haben seit 2006 gut aufgestockt) + ein paar „freie Mitarbeiter“ haben mir über 20.000 Bilder angeschleppt. Bei so 15.000 davon hab ich das Sichten und Sortieren geschafft und die CD ging dann randvoll mit 2500 Bildern in den Brenner (2006-2008 waren es zwischen 650-1200 Bilder). Freitag und Samstag hab ich dafür fast non-stop vorm Rechner gesessen und so gut wie nicht geschlafen. Samstagabend nach dem Sortier-Stop hatte ich dann nen etwas seltsamen Flash in der Taverne. Bei den Leuten die mir dort begegneten musste ich unwillkürlich immer überlegen in welchem Ordner ich die abgespeichert hab. Aber hell yeah, das war’s wert! 🙂

Hab ich schon erwähnt, dass die 900 CD’s die am nächsten Morgen beim Check-Out angeboten wurden bis 13 Uhr verkauft waren? Unsere Marketingkampagne war also auch erfolgreich. ^^

Lohnt sich also doch wenn man mal selbst was in die Hand nimmt, anstatt sich frusten zu lassen. Von daher würd ich auf die Frage ob der Posten in der FotoCrew Spaß, oder harte Arbeit ist mittlerweile antworten: „Harte Arbeit die Spaß macht“. Ich liebe happy ends! 😉

Gruß, Marc

p.s. Hab ich schon erwähnt, dass die FotoCrew für 2010 um 4 Leute aufgestockt wurde und ich wieder in Ruhe fotografieren kann, weil darunter 3 Bildersortierer sind? 😀

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4 Gedanken zu “Fotograf auf dem ConQuest 2 – Spaß, oder harte Arbeit?

  1. Pingback: Fotograf auf dem ConQuest 3 – Hinter den Kulissen « Conquestofmythodea's Blog

  2. YAY! Fotocrew!
    Hab ich mich nochmal bedankt, dass ihr mir trotz meines Mangels an Vorbereitung gekopplet mit meiner Fotoschießwut und dem Mangel an Strom ein fotoreiches CoM beschert habt?

    DANKE!!! Für das spontane Brennen meines Speichers auf DVD, für die nette Unterhaltung, für das Akkuaufladen, für die vielen schönen Fotos und die schnelle Anfertigung ^.^

    Echt top! Ihr seid DER Grund, weshalb ich nur „ab und zu“ fotofiere und sonst mitspiele und nicht umgekehrt!

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  3. Ich freu mich schon wieder auf die CD. Die gibt denjenigen NSCs, die nicht soviel Zeit zum Fotografieren haben, wenigstens ein paar schöne Erinnerungen mit! Also ich kauf sie gern wieder!

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