Marc: Seelenfänger oder gefangene Seele?

– Fotograf auf dem ConQuest 1

Meks hat gesagt ich soll in meinem ersten Beitrag etwas über mich schreiben. Tjoa, was soll ich sagen … MEKS IST SCHULD! 😉

CQ_Mark_bigOk, ich erspar euch mal die epische Vorgeschichte – das hier wird eh noch lang genug 😉 – und fange mit dem ConQuest 2005 an. Da war ich noch nicht dabei und das fand ich zu dem Zeitpunkt auch ganz gut. Bei mir waren Semesterferien angesagt und da es in Strömen regnete hab ich vermutlich mit hochgelegten Füssen am Computer gehockt, mich mit einem Buch in den Sessel gekuschelt, oder die Küche mit Kochexperimenten verunstaltet und gelegentlich kopfschüttelnd an meinen Bruder gedacht, der bei so einem bescheuerten Wetter in nem kleinen Zelt hockt und gelegentlich mit so nen paar ausgeflippten Typen mit Plastikschwertern über ne Wiese hüpft. Wie die Zeit das so mit sich bringt kam dann irgendwann der Sonntag an dem das ConQuest vorbei war und spät am Abend trudelte mein Bruder dann auch wieder bei uns ein – pitschnass und zugesaut. Wollte ihm schon mein Beileid zum schlechten Wetter und der verschenkten Zeit ausdrücken als er mir – noch total euphorisch – erzählte wie cool es war und das er trotz des Wetters noch locker zwei Wochen dran hängen könnte. Das große Fragezeichen in meinem Gesicht wäre vermutlich ein Foto wert gewesen. 🙂

Die nächsten Tage durfte ich mir dann die seltsamsten Geschichten anhören und unter anderem auch die Foto-CD anschauen. Zu der Zeit war ich etwa zwei Jahre begeisterter Hobby-Fotograf und da ich gelegentlich leichte Höhenflüge habe, muss ich sowas dämliches wie „Sieht ja ganz nett aus, aber die Fotos kann man glaubich noch besser machen.“ gesagt haben. Irgendwie führte dann eines zum anderen und im Januar ging meine Teambewerbung raus. Mit der konnte zu der Zeit aber glaubich noch keiner was anfangen, da die Rückmeldung nur sporadisch und das richtige Ok erst kurz vor den Bauwochenenden im Juni kam. Naja, hab mir dann über Pfingsten erstmal das Gelände angeschaut und mir so nen paar Team-Mitglieder angeschaut (irgendwie alle ganz nett, aber etwas seltsam^^). Ne Woche bevor es dann ernst wurde hab ich noch mit ner Freundin über die Aktion gesprochen und die hat sich spontan auch noch angemeldet. Klappte problemlos, aber sorglos wie ich war hab ich mir dabei zu dem Zeitpunkt noch nichts gedacht.

Das ConQuest 2006 sah dann so aus, dass wir erstmal feststellen mussten, dass wir zwei die einzigen Fotografen waren, die in Vollzeit Bilder machen sollten. Es gab zwar noch zwei andere Leute, die gelegentlich die ein oder andere Aufnahme beisteuerten, aber die Hauptlast lag auf den Schultern von zwei blutigen Anfängern. Auweia? Ja, auweia! Aber abgesehen von dieser kleinen „Irritation“ hab ich mir erstmal entpannt die ganze Aufbauaktion angeschaut und beobachtete wie sich erst das ganze Gelände mit Zelten füllte und dann zunehmend mehr Leute in Gewandung auftauchten. Die viele Aufmerksamkeit die mir aufgrund des Orga-Shirts (die Photo-Crew hat leider keine extra Kennzeichnung) zu Teil wurde, hat mich die kommenden Stunden dazu genötigt mir die wichtigsten Infos über das ConQuest und die Organisation anzueignen. Am kommenden Morgen (Donnerstag) konnte ich dann jedem Spieler/NSC sagen wo der Check-In ist und wo sich die Toiletten befinden. Seltsamer Zeitvertreib für einen Fotografen, aber im Team tat scheinbar jeder mehr als seinen eigentlichen Job und da wollte ich nicht „zu“ unnütze wirken. Zum Abend hin hörte ich dann vermehrt den Begriff „Time-In“. Den kannte ich zwar schon aus dem Plotbuch, aber die Ehrfurcht und Aufregung mit der die Spieler und NSCs ihn benutzten konnte ich mir nicht ganz erklären. Auf einer großen Bühne in der Mitte des Geländes gab es dann eine längere Ansprache und viel Gejubel aus den Reihen der Zuhörer, aber irgendwie erschloss sich mir das Ganze immer noch nicht vollständig.

Tja und dann kam der Moment der alles veränderte.

Hinter einer Baumreihe marschierte plötzlich ein nicht enden wollender Strom von Kriegern in Schwarz und Blau auf. Wie ein gigantischer Wurm schlängelte er sich unter einem rythmischen und zunehmend lauter werdenden „Rhak, Rhak“ auf uns zu. Hinter mir leuteten die Glocken der Stadt Sturm, die Wachen riefen hinter den Palisaden, die Krieger um mich herum zogen ihre Waffen und die zwei Heere (insgesamt an die 2000 Leute) griffen einander an. Ich bekam eine Gänsehaut die gefühlte zwei Stunden anhielt. Das war der Punkt an dem ich meine Seele an das ConQuest verkauft habe. =)

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3 Gedanken zu “Marc: Seelenfänger oder gefangene Seele?

  1. Pingback: Fotograf auf dem ConQuest 3 – Hinter den Kulissen « Conquestofmythodea's Blog

  2. das kann ich so nur unterschreiben – denn bis dahin fand ich das alles ganz spannend, habe mich (obwohl ich spieler war) nicht so ganz dazugehörig gefühlt (auf meinem ersten Larp). Und von jetzt auf gleich wurde alles so real – und der kopf konnte nicht mehr denken als oha – das wird eng, sieh zu, dass du deine ungerüstete haut hier heile wieder rausbekommst!
    und ab da war ich drin

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