Where do we go from here?

Quelle: http://www.flickr.com/photos/radagast1975/Veränderungen in unserem geliebten Hobby sorgen ja gerne und oft für heiße Diskussionen. Es ist wieder Montag, also auf zu einer weiteren Runde zum Thema LARP Evolution.

Wie wir berichteten, waren ein paar von uns im Januar auf dem LARP Mittelpunkt. Einer der Vorträge brachte mich dabei genauso (unfreiwillig) zum lachen wie auch (vermutlich eher gewollt) zum nachdenken. Doch fangen wir am Anfang an. Auf der Fahrt nach Berlin las ich im Programmheftchen folgende Zeilen:

„The Trieste School: Larp in the beating heart of Europe. We would like to present Triestine (and mention Friulian) larps in the latest two years, when an explosion of new events and organisations has blessed the far north-eastern corner of Italy where we live with one of the most interesting and revolutionary larp scenes. We will also mention some new and interesting projects like the Italian international larp conference (which will be hosted in Trieste in the beginning of autumn 2010), social and political larps, the Borderlarp website, the Italian chamber larp movement, opening larp to the general public, and so on. Come and see that we play much more than just boffer battles. Themes we use are more colourful than you expect, and our players are not kids only.“

Also: Wir haben da eine Gruppe LARPer in Triest. Wie sie selber sagen (und was meines Wissens nach auch stimmt), gibts in Nord-Ost Italien ansonsten kaum LARP. Der Rest des Landes ist fest in den Händen von High Fantasy (siehe Ordo Solis und deren faszinierendes Ende) und Vampire (Masquerade). Diese Gruppe macht LARP aber nicht um Charaktere über einige Cons hinweg „hochzuleveln“ oder groß Kampagnen zu spielen, sondern um Geschichten zu erzählen. Abgefahrene, krasse, erschreckende und faszinierende Geschichten.

Kommen wir gleich zu meinem persönlichen Höhepunkt: Eines der Konzepte das uns vorgestellt wurde war ein eintägiges Wander-Con im Wald. Vier der größten Bösewichter aller Zeiten und vier der größten Lichtgestalten (beides sowohl historische wie auch fiktive Figuren) treffen in der Gegenwart aufeinander auf der Suche nach einer Geheimwaffe. Ihr Ziel ist es diese Geheimwaffe für ihre Seite zu gewinnen um damit in ihre eigene Zeit zurück zu kehren und die Welt zu retten/vernichten. Die Geheimwaffe ist eine Gruppe aus vier Elfen aus der Zukunft. Aber weil es in der Zukunft eigentlich gar keine Elfen mehr gibt sind das Roboter. Ist klar, ne?

Da haben wir also Nikolei Tesla und Dr Mengele die gegen Elisabeth von Österreich und Adam Worth um die Aufmerksamkeit von Andoriden diskutieren. Und das mit einem DKWDDK Regelwerk (wer hätte gedacht, dass man das auch DAFÜR verwenden könnte?). Und wenn man aufgehört hat sich vor Lachen über den Boden zu rollen dann denkt man sich schon irgendwann: Verdammt, sind wir zu langweilig geworden? Gibt es noch Hoffnung für kreatives Live-Rollenspiel?

Sind Zombie-LARP und yksi/üç unsere Rettung? Sind Andrea Castellani, Michele Popo und der Rest der Triest School durchgeknallt oder die wahren Visionäre, die uns zeigen, was LARP eigentlich wirklich kann? Und wie weit am Anfang stehen wir selbst eigentlich noch – oder haben wir den Punkt, an dem wir unser Hobby retten können in dem wir es sinnvoll weiter entwickeln längst verpasst?

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4 Gedanken zu “Where do we go from here?

  1. Pingback: Telling, Showing, Playing « Conquestofmythodea's Blog

  2. „Schau mal übern Tellerrand“- ein sehr wichtiger Aspekt. Doch was das richtige für einen ist, dass muss jeder einfach selbst wissen. Und die Szene prägt sich durch die Teilnehmer genauso wie der Teilnehmer sich durch die Szene prägt.

    Ob ein Konzept wie dein genanntes in Deutschland so ankommen würde?

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  3. Ich mal wieder, hoffend, dass das „ausarten“ ausbleibt.

    Als halbitaliener hab ich seit einiger zeit ein auge auf die szene dort und musste die vergangenen jahre feststellen, dass Italy-Larp was ganz was andres ist, als unsre interpretation.

    wer hätte es denn auch gedacht? wo bei uns penibel nach zeitplan „gearbeitet“ wird, da hat der südländer eher die ruhe weg, lächelt und schüttelt sich dann zum richtigen zeitpunkt was aus dem arm.

    dafür sind die italienischen larp – chars denen ich begegnet bin durchaus blumig, farbenfroh, facettenreich und ja…ab der norm. ob man das nun als high-low oder papp- fantasy style bezeichnen möchte, mag jeder für sich definieren. sie sind allem voran eines: anders. und anders ist auch immer ein stückweit frisch sowie interessant und innovativ…

    natürlich ist der von dir beschriebene plot ein wenig „funky“. aber weder pappnasig noch unspielbar. dem einen gefällts, dem andren nicht.

    ich spiele gerne das in meinen augen aufgrund der klassichen spielweise und welt doch sehr biedere german-fantasy-larp, hab aber massivst „hunger“ auf endzeit und zombie cons.

    warum ?

    emotionen.

    genauer:
    wie du bereits erwähnt hast, im vordergrund sollte doch eigentlich die geschichte stehen. insofern ist der weg doch schonmal der richtige.

    das interessante am zombie-larp ist einfach, dass die „emotionen“, welche die geschichte auslösen soll, besser transportiert werden können.

    denken wir da doch einfach mal an den guten bastian aus der unendlichen geschichte, der das buch immer wieder beiseite legen muss, eben weil ihn die geschichte so mitnimmt. und das erwarte ich mir irgendwo (mittlerweile) auch vom Larp.

    vielleicht liegt das auch am alter. im pen and paper wars damals immer wichtig seinen char hoch zu spielen, einen punkt zu erreichen. heute spiele ich charaktere ihrer geschichte wegen.

    dahe rmein persönliches Fazit:

    Ja, das klassische mid-fantasy-level LARP ist aus gewissen gesichtspunkten bieder und langweilig, einfach aufgrund der statik.

    freitag anreise, laberrabarber mit bekannten spielern und der orga, show and shine, ein wenig action, samstag plöttern, langweilen, meckern, philosophiern ob andrer abenteuer, abendessen, plot lösen, end-schlachten, saufgelage, weiteres philosophiern, sonntag bedingtes it, abreise, duschen zecken checken ….

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  4. Staler: „Ich denke, die Rolle meines Lebens wäre ein stilvoller und respektabler Theaterkritiker.“

    Waldorf: „Es geht hier nicht darum, was Sie können oder wollen, sondern was Sie herausfordert, Herr Kollege!“

    Statler: „Oh, na dann werde ich wohl einen unreflektierten und selbstherrlichen Blogautor spielen!“

    Waldorf: „Genial! Woher haben Sie nur immer diese Ideen?“

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