Den Kontakt zur Basis nicht verlieren

Nahezu jeder im ConQuest-Team hat irgendwann auch mal angefangen zu larpen und auf Cons zu gehen. Bei einigen ist das inzwischen über ein Jahrzehnt her, bei anderen auch nur ein paar Jahre oder sogar Monate. Ein paar wenige Ausnahmen sind auch erst im Team und gehen dann irgendwann mal als Teilnehmer auf ein Con (oder auch gar nicht, auch schon vorgekommen).

Jeder Larper merkt nach einigen Jahren, dass er immer anspruchsvoller wird und seine Cons immer besser auswählt. Wo man früher „mitgenommen hat was geht“, ist man jetzt sehr kritisch. Das kann auch durchaus daran liegen, dass viele mit diesem Hobby angefangen haben, als sie noch Schüler oder Student waren. Das schließt mich mit ein. Doch sobald man dann arbeitet, „bei Mutti“ ausgezogen ist usw, merkt man plötzlich, dass es eher seltener wird, dass man auf Con fährt und nicht öfter, weil man ja jetzt Geld verdient.

Zeit+ vergangene Jahre des Larpens= weniger Conbesuche

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Jetzt haben viele Teamler, gerade die im Plotteam, immer noch großen Spaß an ihrem Hobby. Aber wir haben festgestellt, dass wir vor einer Art „Tunnelblick“ wohl nicht gefeit sind. Wenn ich mir so das Kernteam anschaue, stelle ich fest, dass die wenigsten davon noch diese aktiven Larper sind wie sie es sicher einst waren. Wir fahren auf die Live Adventure Cons (JDS+ ConQuest + teilweise BGM), ein paar von uns versuchen auf die Siedlercons zu fahren. Und etwa ein Con im Jahr ist von Freunden/Bekannten organisiert und spielt nicht auf Mythodea. Und wir fahren nicht zusammen hin. Es sind sogar unterschiedliche Cons, zum Großteil.

Doch aufgefallen ist uns dabei eins: Die Larp-Welt verändert sich. Und wir bekommen den Wandel kaum so schnell mit, wie er geschieht. Wir sind träge.

Da finden dann Situationen auf unseren Cons statt, die wir vorher nicht so erahnen konnten. Und das Gefühl, dass man einen Plot schreibt, den entweder die „Neu“ oder die „Alt“ Larper anspricht erhärtet sich immer mehr. Jetzt könnte man natürlich zwei Arten schreiben. Doch dann findet vor Ort die eine Gruppierung den Plot für die Andere. Beide finden dann den jeweiligen Plot total doof. Irgendwie blöd.

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Ich war letztes Jahr November auf dem letzten „Nicht-Mythodea-Con“. Und ich habe gemerkt, dass es Situationen gibt, die ich so nicht erwartet hätte. Dass Larp-Gruppen ein äußerst schwieriges Konstrukt sind. Und, dass jeder auf Con etwas anderes möchte.

Ich hab viel über diesen Con nachgedacht, über das, was dort geschehen ist und was ich fürs Plotschreiben bedenken könnte.

Und die Moral von der Geschicht?

Verlier den Kontakt zur Basis nicht!

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6 Gedanken zu “Den Kontakt zur Basis nicht verlieren

  1. Pingback: Problemkind “guter NSC” « Conquestofmythodea's Blog

  2. Ich denke ihr habt allein schon durch das Kampagnenspiel eine Möglichkeit, näher an den Teilnehmern zu sein.

    Mir persönlich kam es so vor, dass das JdS vom Conquest doch sehr verschieden ist. Das liegt vor allem an der Größe der Veranstaltung. Ein Conquest muss für den einzelnen aufgrund der Spielerzahl und der Kräfteverhältnisse eine völlig andere Erfahrung sein, daher auch der Mythos, die Einzelperson könne auf dem Conquest nichts ausrichten.

    Das letzte JdS war nämlich genial und kam mir vor wie ein Con, der gerade für die Basis gemacht war. Bitte weiter so!

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  3. Ich denke ihr habt allein schon durch das Kampagnenspiel eine Möglichkeit, näher an den Teilnehmern zu sein.

    Mir persönlich kam es so vor, dass das letzte JdS vom Conquest doch sehr verschieden war. Das liegt vor allem an der Größe der Veranstaltung. Ein Conquest muss für den einzelnen aufgrund der Spielerzahl und der Kräfteverhältnisse eine völlig andere Erfahrung sein, daher auch der Mythos, die Einzelperson könne auf dem Conquest nichts ausrichten.

    Das letzte JdS war nämlich genial und kam mir vor wie ein Con, der gerade für die Basis gemacht war. Bitte weiter so!

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  4. ausserordentlich schöner bericht.

    als teilnehmer nimmt man vieles nicht so wahr, wie es seitens des teams eigentlich geplant ist. das allgemeine problem seine nachricht zu transportieren. das hat aber jedes con.

    das conquest ( und dieser mir unbekannte andre grosscon in deutschland ) wird vielerorts als „woodstock für larper“ gehandelt und ich kenne viele spieler, die aufgrund des „Event“ charakters eben nicht kommen.

    klar, grade das eigene spielsystem schreckt viele im ersten moment ab, aber genauso gibt es wirklich genügend leute, die einen speziellen conquest – char haben.

    egal ob grosscon oder 20 mann erstlings-versuch. die probleme bleiben die gleichen. man will eine geschichte erzählen. die kann gefallen und manchmal eben auch nicht.

    worauf ich hinaus will:

    natürlich entwickelt sich larp schneller als man neue plots schreiben kann und natürlich sollte man den boden unter den füssen nicht verlieren.

    aber da gehört auch die conquest-basis dazu. genau diese basis und deren entwicklung lockt jedes jahr aufs neue tausende von spieler an und diese welt begeistert und verzaubert uns jedes jahr aufs neue.

    daher seid euch der veränderungen gewiss, aber bitte…verliert euren stil nicht.

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