Evolution

Quelle: The SimpsonsAm Anfang war das LARP.

Ein paar Freunde haben für ein paar Freunde und später sogar ein paar mehr Freunde einen Zeltplatz oder eine Ruine gemietet (oder so getan als ob), ein paar NSCs gebrieft (oder diese selbst gespielt) und ab ging’s. Anmeldung lief auf Handschlagbasis und gezahlt hat wer da war – halt so viel, wie das ganze ungefähr gekostet hat.

Etwas später glaubte jemand, er müsse eine SL wegen einer Beule blöd anlabern und schwups war die Veranstalterversicherung Pflicht. Dann kam irgendwann die erste Nase, die sich nicht an die Sicherheitshinweise (auch bekannt als „gesunder Menschenverstand“) gehalten hat und ganz plötzlich hatte jede Orga zu unterschreibende AGBs und setzte wenn nötig Hausrecht durch.

Wieder etwas später wurde LARP eine Stufe größer und plötzlich entdeckten viele, dass sie nicht mehr zu „ihrem Kumpel Heinz auf’s Con fuhren“ sondern sich bei einem Veranstalter anmeldeten, der ein eigenes Konto hatte, ein e.V. oder eine IG war und sogar eine eigene Internet-Seite hatte.

Und so ging es weiter. Von Zimmer und Zeltplatzpfand über die Einverständniserklärungen der Erziehungsberechtigten bis hin zur Ausweispflicht in Tavernen. Für Viele ungemütlich wurde es, als einige Orgas anfingen, Zahlungsaufforderungen bei Nichterscheinen zu versenden. Ist aber auch dumm, wenn man einfach so einen Vertrag eingeht und diesen dann kurzfristig aufheben will, während der Andere sich auf die Zusage verlässt, das Geld auslegt, Essen und Schlafplatz bucht und dann darauf sitzen bleibt.

Und noch einige Zeit später kamen dann die Großcons. LARP wurde zum Festival. Es wurde Kult, sein Lagerfeuer nicht mehr mit Holz sondern mit Klopapierrollen anzuzünden. Einige besondere Spaßbolde organisierten Wetten, ob man den Rekord vom Vorjahr toppen und mehr als 420 Rollen in ein Dixi-Becken stopfen kann. Einige andere begannen, ökonomisch (und nicht sonderlich ökologisch) zu denken und Sprit zu sparen – ist ja auch gut für die Umwelt, wenn man weniger Benzin verbraucht, indem man Luftmatrazze, Feldbett, Grill, Kohle, Essen, Pfandflaschen und alles andere was weniger gekostet hat als der Transport nach Hause verschlingen würde einfach auf dem Con lässt! Zitat des Abfallentsorgungsunternehmers: „Klar können wir das zusätzliche Gewicht transportieren. Aber wie genau bringen sie eigentlich 15 000 Teilnehmer auf diesen paar Wiesen unter? Das nächste Mal bringen wir ihnen lieber gleich doppelt so viele Container!“

Und das Karroussel drehte sich weiter. Preisstaffeln führten zu Sammeleinkäufen im Frühherbst und dazu, dass man Großcon-Tickets inzwischen günstiger über eBay als beim Veranstalter bekommt – vor allem kurz vor dem Event. Den anonymen Eintrittskarten sei Dank! Aber immerhin bewahrt das den Veranstalter davor, dass zwei Wochen vor der Veranstaltung ein paar hundert Teilnehmer absagen und ihr Geld zurück wollen…

„Ich mach lieber NSC! (harhar… die merken nie, dass ich mit meinem ganzen Zelt in der ersten Nacht umziehe!“ führte zu Festival-Bändchen Kontrollen.
„Ich spiele einen coolen Charakter, komme ich dann günstiger auf’s Con?“ führte zu einem festen Arbeitsplatz der 40 Stunden die Woche Teilnehmerfragen beantwortet.
„Meine Karte ist nicht angekommen! (harhar… die merken nie, dass ich die zweite einfach über eBay verticke!“ führte zu Anmeldebestätigungen per Einschreiben.

Und die LARP Evolution geht weiter. Stalker-Schutz für Festrollen NSCs. Klopapier-Eigenversorgung (u.A. aus oben genannten Gründen). Verkehrsleitsysteme, Strassensperren, Security Dienste. Touristen Aussichtsbühnen.

Und dann war ich letztens mal wieder bei einem Freund auf einem „jaja … wir dürfen hier sein … glaub ich …“ Zeltplatz. Die beiden SLs waren das NSC Team. Klopapier haben sie uns auch gestellt. Aber die dreiseitige AGB mit Versicherungserklärung und Kfz Erfassung konnte ich über ihren eigenen Web-Shop digital unterschreiben. Evolution FTW!

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3 Gedanken zu “Evolution

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  2. Pingback: Where do we go from here? « Conquestofmythodea's Blog

  3. Statler: „Hahaha… Willkommen in der Realität, du Anfänger!“

    Waldorf: „Als wir noch in seinem Alter waren, da zischte noch ein ganz anderer Wind!“

    Statler: „Genau! Bei uns hatte keiner eine Versicherung. Und Anwäte brauchten wir auch nicht.“

    Waldorf: „Oh ja. Und wenns doch Probleme gab haben wir Bronco mit dem Golfschläger vorbei geschickt. Hehehe…“

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