Willkommen auf dem Conquest, wie kann ich Ihnen helfen?

Kurzer Vorstellungstext sagt der Chef. Na toll. Passt ja wohl nicht so ganz zu meinen Plänen, im Verborgenen Ungerechtigkeit anzuprangern, die Revolution gegen das Establishment anzuzetteln und schließlich in die höhere Conquest-Lebensform „Graue Eminenz“ zu evolutionieren. Hilft ja alles nix.

Beim Conquest bin ich eigentlich gelandet, weil ich mal gucken wollte, was an diesem Großcon so dran ist aber nicht gleich den vollen Teilnehmerpreis zahlen wollte. Hörte sich ja auch zu gut an: Zahl weniger, spiel die gleiche Rolle für die gesamte Veranstaltung – was will man mehr? Die Realität stellte sich als viel viel interessanter raus, als gedacht. Kurz gesagt ist das Conquest nichts anderes als ein Hamsterrad für Stressjunkies, um sich mal richtig zu verausgaben. Wenn es jemals einen Krieg gäbe, der mit den Prinzipien der Kundenbetreuung geführt werden würde, sähe er aus wie das Conquest: Hinter jedem Busch lauert eine Anfrage, jede Minute kann ein Problem auftauchen, von dem man nie gehört hat und dass man sofort lösen muss, überall kann man von Terminverschiebungen und ausserplanmässigen Ereignissen bombardiert werden. Mit anderen Worten: Genial. Ausserdem erwies sich das Conquest als ideales Reservat für Rampensäue – viel Auslauf, viele Beschäftigungsmöglichkeiten und vor allem: viele Artgenossen. Denn wie jeder weiß, sind die besten Exemplare dieser Spezies Herdentiere.

Die Kirsche auf der Sahnehaube war für mich die Berufung zum Plotschreiber, denn nun leitet endlich der Verrückte das Irrenhaus. Anstatt wie bisher mit den Kollegen nach dem Conquest mithilfe des eigenen und mitgeteilten Feedbacks Verbesserungen im Lagerplot anzuregen, kann ich mittlerweile direkt meinen kleinen Teil dazu beitragen, das von mir gehegte Biotop den Bewohner anzupassen.

Abgesehen von kleineren Projekten wie Abseilen von Hubschraubern im Rahmen eines Auftritts und dem Einstellen der Kostümschneider von StarWars arbeite ich an einem meiner größte Projekte: Meinen Perfektionismus mit der Realität zu verbinden. Ich bin zuversichtlich, dass ich das hinkriege, schließlich hat man ja auch das Atom gespalten gekriegt und da ist ja auch nix schlimmes passiert.

(Eukatastrophe ist seit dem 26. Januar 2010 als Blog-Autor mit dabei)

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